Funktionsweise der MIG/MAG- und WIG-Methoden
1. MIG/MAG-Schweißen
- Elektrode: Wird ein Schweißdraht verwendet, der automatisch aus dem Schweißgriff zugeführt wird.
- Lichtbogen: Entsteht zwischen dem Draht und dem zu schweißenden Material, der den Draht und das Material schmilzt und eine Schweißpfütze bildet.
- Schutzgas: Schützt der Gasstrom (inert im MIG, aktiv im MAG) die Schweißpfütze vor Reaktionen mit der Atmosphäre.
- Naht: Erstarrt die Schweißpfütze und bildet eine dauerhafte Verbindung.
2. WIG-Schweißen
- Elektrode: Wird eine nicht schmelzende Wolframelektrode verwendet, die beim Schweißen nicht schmilzt.
- Lichtbogen: Erzeugt der Lichtbogen, der von der Elektrode erzeugt wird, und erhitzt und schmilzt das Schweißmaterial.
- Schutzgas: Wird ein inertes Gas (z. B. Argon) verwendet, das das erhitzte Material und die Naht vor Oxidation schützt.
- Zugabe von Zusatzmaterial: Wird Material zur Auffüllung der Schweißpfütze extern in Form eines Stabes zugeführt, z. B. aus einem 1 m langen Draht.
WIG-Funktion im MIG/MAG-Schweißgerät
Ein Schweißgerät mit WIG-Funktion ermöglicht vielseitige Anwendungen – vom schnellen Schweißen dickerer Materialien (MIG/MAG) bis hin zu präzisem und ästhetischem Schweißen dünner Teile (WIG).
- Art der Lichtbogenentzündung:
In einem Schweißgerät mit WIG-Funktion wird normalerweise die WIG-Lift-Methode verwendet, bei der der Lichtbogen durch Berührung der Elektrode mit dem Material entzündet wird und nicht durch einen Hochfrequenz-Zündfunken (HF). Verfügen nur wenige Modelle über die HF-Funktion, z. B. Welder Fantast Multiperfect BI-PULSE 251.
Die WIG-Methode wird unter anderem für Edelstahl, Titan, Kupfer oder Aluminium sowie zum Schweißen von dünnen Blechen und Rohren eingesetzt.
Um ein MIG/MAG-Schweißgerät mit WIG-Funktion auszuwählen, muss der Verwendungszweck des Geräts (z. B. für zu Hause, in der Werkstatt, für professionelle Arbeiten) festgelegt werden, der erforderliche Amperage-Bereich und die Dicke der zu schweißenden Materialien berücksichtigt werden, und der Arbeitszyklus des Geräts für verschiedene Stromstärken sollte überprüft werden. Auch sind zusätzliche Funktionen wie Hot Start oder Anti-Stick, die Benutzerfreundlichkeit (übersichtliches Bedienfeld) sowie die Qualität des Drahtvorschubs wichtig.